Naturbestattung

In den letzten Jahren erfreuen sich verschiedene Arten der Naturbestattung zunehmender Beliebtheit. Um das steigende Bedürfnis nach individuellen Bestattungsarten gerecht zu werden, wurden die Bestattungsgesetze auch in Österreich zunehmend gelockert. Heute können die Hinterbliebenen aus einer Vielzahl an Möglichkeiten wählen; auch Sonderwünsche werden im gesetzlichen Rahmen gerne erfüllt.

Voraussetzungen

Um eine Naturbestattung durchführen zu können, muss der Verstorbene zuvor eingeäschert werden. Eine Kremations- oder Bestattungsverfügung, in welcher der ausdrückliche Wunsch des Toten nach einer Naturbestattung festgehalten wurde, ist bei den Vorbereitungen von großem Vorteil – die Angehörigen müssen diesen Wunsch nämlich zweifelsfrei nachweisen.

Vorteile und wichtige Überlegungen

Für viele Menschen ist der Gedanke tröstlich, nach dem Tode in den Kreislauf der Natur zurückzukehren – ob zwischen den Wurzeln eines Baumes, im Wasser der Donau oder im Hang eines Berges. Besonders Menschen, die sich der Natur stark verbunden fühlen, möchten diese Verbindung auch nach ihrem Ableben gesichert wissen. Aber auch Alleinstehende ohne nahe Angehörige und Menschen, die ihren Lieben die zeit- und kostenintensive Grabpflege nicht zumuten wollen, tendieren verstärkt zur Naturbestattung.

Manche Begräbnisstätten in der freien Natur können auch von Hinterbliebenen besucht werden – zum Beispiel bei einer Baum- oder Bergbestattung. Allerdings kann die Anfahrt – je nach Region – relativ aufwendig und weit sein. Der Vorteil ist, dass die Natur die Grabpflege übernimmt. Für die Hinterbliebenen fallen somit keine weiteren Kosten an. Wer sich für eine Donau- oder Flugbestattung entscheidet, nimmt jedoch seinen Angehörigen die Möglichkeit, die Grabstätte regelmäßig zu besuchen und damit ein wichtiges Ritual zur Bewältigung der Trauer.

Möglichkeiten der Beisetzung

Die wohl bekannteste und bisher beliebteste Form der Naturbestattung ist die sogenannte Baumbestattung: Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne zwischen den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Wahlweise kann die Asche unter Namensbäumen, auf Lichtungen oder unter sogenannten Familienbäumen beigesetzt werden.

Wer sich dem Element Wasser verbunden fühlt, kann sich für eine Donaubestattung entscheiden. Im Zuge einer traditionellen, würdevollen Seebestattungs-Zeremonie wird die Asche des Verstorbenen in einer wasserlöslichen Urne in der Donau versenkt – und damit symbolisch dem Fluss des Lebens übergeben.

Einige Bestattungsunternehmen bieten inzwischen auch die Beisetzung auf Aschestreuwiesen an, führen Berg- und Flugbestattungen und viele weitere Arten der Naturbestattung durch. Aufgrund der großen Nachfrage und dem starken Wunsch nach Individualität – auch nach dem Tode – werden in naher Zukunft wohl noch viele weitere Möglichkeiten geschaffen.

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