Gruftbestattung Wien

Bis ins 18. Jahrhundert fanden Gruftbestattungen fast ausschließlich im Inneren von Kirchen statt und waren meist hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern vorbehalten. Erst nach 1784 wurden die Grüfte nach und nach auf Friedhöfe verlegt. In diesem Jahr erließ Kaiser Joseph II ein Bestattungsverbot in Kirchen, von dem nur Bischöfe ausgenommen waren.

Heute wird diese repräsentative Bestattungsform im deutschsprachigen Raum nur noch relativ selten gewählt – es sei denn, eine Gruft ist bereits in Familienbesitz. Im Vergleich zu Erdbestattungen oder alternativen Bestattungen ist die Gruftbestattung sehr kostspielig.

Die Grabstätte

Im Gegensatz zu einem Erdgrab ist die Gruft eine gemauerte Grabstätte; der Sarg befindet sich in einem Hohlraum und hat keinen Kontakt zum Erdreich. Grüfte können dabei sowohl ober- als auch unterirdisch angelegt sein oder sich sogar in einem Mausoleum befinden. Charakteristisch ist, dass die Gruft mit einer Deckplatte aus Stein verschlossen ist. Je nach Größe können in einer Gruft mehrere Verstorbene bestattet werden. Selbstverständlich ist hier auch die Beisetzung von Urnen möglich.

Die Verwesung schreitet in einer Gruft nur sehr langsam voran. Das liegt zum einen daran, dass der Sarg luftdicht verschlossen ist, zum anderen, dass er nicht mit dem Erdreich in Berührung kommt. Aus diesem Grund gelten für Grüfte sehr lange Ruhezeiten. Nach deren Ablauf werden die sterblichen Überreste oft in einem einfachen Sarg oder in einer Beinkiste in der Erde bestattet oder eingeäschert.

Der Sarg

Wer sich für eine Gruftbestattung entscheidet, muss einen Metallsarg wählen. Alternativ kommt auch ein Holzsarg infrage, der entweder mit Metall ausgelegt wurde oder sich in einem dicht schließenden Übersarg aus Metall befindet. Der Metallsarg bzw. der Metalleinsatz in einem Holzsarg wird stets luftdicht verschlossen und verlötet.

Die Bestattung

Wie die Erdbestattung kann auch die Bestattung in einer Gruft individuell gestaltet werden. Nach der Trauerfeier in der Kirche oder der Friedhofskapelle wird der Sarg in die Gruft gebracht und feierlich beigesetzt – in den meisten Fällen in einzelnen, separat vermauerten Gruftzellen. Im Anschluss an die Grabreden werden für gewöhnlich Blumen und Kränze niedergelegt.

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